Bitte reicht eure Anträge bis zum 30.12.2019 ein.
Auböck + Kárácz

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HINDENBURGSTRASSE NEU - ADAGIO CON MOTO

Leitidee / Leidfragen

Die Hindenburgstraße spiegelt die Geschichte des 20.Jahrhunderts: Zerstörung, Wiederaufbau Nachkriegsmoderne.
Nach so viel tabula rasa bedarf es reflexiver Betrachtung: Wohin geht die Reise? Wie viel kann man behalten, wie viel Neues verträgt dieser lange Straßenzug? Was gilt es zu entdecken? Wie gehen wir mit den nunmehrigen Proportionen um? Welcher Erzählung folgen wir?

Unseren narrativen Hintergrund bilden:

  • Der STADTKÖRPER mit seinen gravierenden historischen Veränderungen
  • Die TEXTILINDUSTRIE als lokale Tradition
  • Das MUSEUM ABTEILBERG: ein viel zu wenig bekannter Bergkristall
  • Das NATURGEWAND der neuen Straßenkleidung

 

Anzustreben ist unseres Erachtens eine relativ zeitlose Gestaltung, die keinen Moden folgt, indes dialogfähig ist: flexibel verhandelbar, elastisch in seiner Umsetzung. Das hier vorgestellte Konzept für die Hindenburgstraße ist daher nicht bereits situationsspezifisch ausformuliert, sondern abstrakt dargestellt, variabel einsetzbar.

Auftakt und Handlungsspielraum

Im ersten Schritt werden in der Hindenburgstraße alle bisherigen Möblierungen entfernt. Als eigentliches Handlungsfeld definieren wir jene Streifen, die sich bei einer Fahrbahnbreite von 5,5m und Gehsteigbreiten von min.3m auf beiden Seiten der Hindenburgstraße zur Verfügung stehen. In einem zweiten Schritt wird ein Teil der Bäume gefällt, insgesamt 30 Stück, vornehmlich in jenen Bereichen, die sich in Hanglage befinden. Dies dient zur Auflockerung des traditionellen Alleencharakters und ermöglicht es, dem Straßenzug einen anderen Rhythmus zu verleihen und diesen durch neue Gestaltungsintarsien anzureichern.

Urbane Topographie und Intarsien

Die eigentliche Herausforderung sehen wir in jenem Teil der Hindenburgstraße, der durch eine Hanglage gekennzeichnet ist. Hier bietet es sich an, unter Ausnutzung des Höhenunterschiedes ebene Stadtplateaus zu schaffen, die sich über drei Stufen abtreppen, und rollstuhlgerecht zugänglich sind. So entstehen präzise definierte markante Podien, die mit unterschiedlichen Intarsien bespielt werden können: als Gastgarten, mit Pergolen, Rankgerüsten mit Sprühnebel, Mikrogärten, Glashäusern, Kiosken, Wasserterrassen, Sitzlandschaften oder schaukelnden Sitzbänken. So entwickelt sich im Abschnitt zwischen „Stadtgelenk“ (bei der neuen Zuwegung zum Museum Abteiberg) und dem Einkaufszentrum Minto eine besondere Zone des langsamen Verweilens: die Hindenburg-Lounge. Dieses Gestaltungsvokabular kann auch im geneigten Abschnitt unterhalb des Minto Verwendung finden. Im flachen, östlichen Teilbereich, der bestens als Einkaufsstraße funktioniert, sind lediglich Einlagerungen von Sitzlandschaften vorgesehen. Im Zuge dieser Neugestaltungen werden 15 neue Gleditschien gesetzt und 75 mehrstämmige Kleinbäume gepflanzt:

Zierkirschen, Zieräpfel und Felsenbirnen, die einen malerischen Charakter schaffen. An Rankerpflanzen bieten Clematis, Trichtertrompete und wilder Wein atmosphärische Akzente.

Alter Markt und Stadtgelenk

Am alten Markt werden die bestehenden Bäume (mit Gleditschien) so komplettiert, dass sich eine klare räumliche Fassung ergibt. Der Brunnen wird Richtung Westen versetzt, in seinem Umfeld werden zwei vielfältig nutzbare Sitzlinien errichtet um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Im Stadtgelenk östlich des alten Marktes schlagen wir eine Verdichtung durch Großbäume und kleinere mehrstämmige Gehölze vor, die sich in die neu geschaffene Museumsschneise hineinziehen und diesen Bereich zu einer attraktiven Stadtlandschaft machen.

Temporäre künstlerische Interventionen

An noch zu definierenden unscheinbaren, aber im Gesamtkontext interessanten Orten sollen – kuratiert vom Museum Abteiberg – temporäre Installationen initiiert werden. Gedacht ist an konzeptionelle Arbeiten, die sich mit dem Stadtraum und seiner Wahrnehmung auseinandersetzten. Damit könnte in diesem innerstädtischen Bereich eine abwechslungsreiche, für den jeweiligen Ort eigens entwickelte künstlerische Auseinandersetzung befördert werden.

Verbindende Sprache

Der gesamte Straßenzug sowie die anliegenden Stichstraßen erhalten einen teppichartigen Bodenbelag aus Betonsteinen, welcher der textilen Tradition entlehnt ist und auch von Bussen befahrbar wäre. Die Stadtplateaus haben als Belag Terraway, eine versickerungsfähige Oberfläche aus kunstharzgebundenem Kies. Als dominantes Straßenlicht sind abgespannte Leuchten vorgesehen, lediglich auf dem alten Markt Kandelaber. Als Aktzentlicht steht auf den Stadtplateaus jeweils eine Dreiergruppe von schmalen Lichtsäulen. Als prägende Sitzmöbel sind Sitzlandschaften angedacht, die ein Verweilen auf mehreren Ebenen ermöglichen und einen urban-landschaftlichen Charakter vermitteln.

Planungsidee (hier klicken)

Lageplan (hier klicken)

Visualisierung (hier klicken)

Entwurf von:

Auböck + Kárácz

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