Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Bockhorn
Verfasser: Rita Lex-Kerfers
Mitarbeiter: Johannes Bartl, Elisabeth Maier, Tatjana Mayer
Fachplaner:
Die Planungsidee für den Alten Markt
Der Alte Markt wird als durchgängig erlebbarer Platzraum interpretiert. Baumreihen entlang der Gebäude betonen die markante Kontur des Marktes und bieten natürlichen Schatten. Der südliche Bereich erhält mit dem neuen bespielbaren Düsenfeld, Schattenbäumen, Pflanzungen und Bänken einen neuen attraktiven Aufenthaltsbereich ohne Konsumzwang. Im Norden bildet der Platz vor der Markthalle mit der Skulptur einen neuen Treffpunkt. Die Flächen für die Außengastronomie bleiben ohne Einschränkung erhalten, ebenso die zentrale offene Fläche für Märkte und Veranstaltungen. Die Blickachse zur Citykirche wird neu in Szene gesetzt. Bepflanzte Baumscheiben und Grünflächen werden als Sicker- und Verdunstungsbeete gestaltet. In der Hindenburgstraße wird das Prinzip der Bäume in Grüninseln fortgesetzt. Die Aufweitung vor dem Kaufhaus Sinn wird als Grünfläche mit Sitz- und Spielobjekten gestaltet, leicht abgesenkt und mit Sitzstufen gefasst. Sie dient gleichzeitig als Sicker- und Retentionsfläche bei Starkregenereignissen und ist das grüne Pendant zur diagonal gegenüber liegenden neuen Stadtterrasse. Entlang der Gebäude werden Gehbahnen aus vorhandenen Basaltplatten vorgeschlagen, z.T. in unterschiedlichen Formaten geschnitten, im gesamten Binnenbereich Segmentbogenpflaster aus dem Bestand, in sehr frequentierten Bereichen mit geschliffener bzw. gesägter Oberfläche. Die Anliegerstraße am Alten Markt wird zukünftig kaum von PKWs frequentiert. Lediglich der E-Bus fährt regelmäßig auf den Platz, der Haltepunkt ist variabel je nach Bedarf. Aus diesem Grund bekommt der Fahrtrasse ebenfalls ein Segmentbogenpflaster, um die Trennwirkung aufzuheben. Die Markierung der Trasse erfolgt mittels Tiefboard mit 3cm Abstich.
Veranstaltungen am Alten Markt
Der Alte Markt bietet unterschiedliche Möglichkeiten für die Nutzung als Veranstaltungsfläche. Bei einem Stadtfest bietet er eine große Fläche für Möblierung und die Aufstellung von Buden zur Versorgung mit Getränken und Speisen. Eine mobile Bühne ist zwischen den Baumpflanzungen gut situiert. Bei einem Konzert kann der Veranstaltungsbereich im Zuge von Sicherheitsmaßnahmen abgetrennt werden. Der Weihnachtsmarkt kann sich auf dem südlichen Platzbereich mit Blick auf die Platzmitte und entlang der Fahrtrasse aufstellen. Der Weihnachtsbaum befindet sich an zentraler Stelle auf dem Platz. Für den Wochenmarkt können die Stände nach Bedarf ringförmig oder in Gruppen angeordnet werden, sodass rundum viel Bewegungsfläche bleibt.
Beleuchtungskonzept
Charakteristisch für die Innenstadt ist die geschlossene bauliche Struktur rund um die zentralen Freiräume. Sie soll auch in der Dämmerung und nachts als Stadtraumbegrenzung wahrnehmbar sein und so die Plätze als Aufenthaltsräume definieren. Das Raumerlebnis wird raumbildend mit Licht herausgearbeitet, indem Leuchten an den Raumkanten positioniert werden. In Verbindung mit ausgewählten Raumelementen, wie die Citykirche und die neu platzierte Skulptur vor der Markthalle, welche durch Objektbeleuchtung in Szene gesetzt werden, ergibt sich ein ansprechendes Gesamtnachtbild.
Dazu werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: In Anlehnung an das Beleuchtungskonzept für Mönchengladbach werden im gesamten Altstadtbereich mehrarmige Altstadtleuchten, wie im Bereich der Citykirche bereits vorhanden, vorgeschlagen. In regelmäßigen Abständen entlang der Gehwege erzeugen die Leuchten mit einer niedrigen Lichtpunkthöhe von 4 Metern und die Ausführung in einer warmweißen Lichtfarbe eine gemütliche und stimmungsvolle Atmosphäre und sorgen für ein ausreichendes Sicherheitsempfinden in den Dunkelstunden.
Am Alten Markt werden die Altstadtfassaden, St. Vith und die Citykirche durch Objektbeleuchtung nächtlich inszeniert. Sie begrenzen den Platz im Süden. Dem gegenüber steht die Objektbeleuchtung des Torwärterhäuschens und der Skulptur „Temperatursäule“ im Norden des Platzes. Am Johann-Peter-Boelling-Platz werden die Fassaden des Museums und
des Haus Erholung nur temporär beleuchtet, um besondere Anlässe hervorzuheben. Dazu ist eine farbige Beleuchtung denkbar.
Durch aufeinander abgestimmte Helligkeiten der Fassaden- und Objektbeleuchtung wird die Bewegung der Fassade zueinander und die räumliche Tiefe erreicht. Es werden ausschließlich LED-Leuchtmittel eingesetzt, deren Spektrum keinen UV- und IR-Anteil aufweist und so für Insekten kein sichtbares Licht erzeugt.


