Anträge zur Aktiven Mitwirkung können bis zum 28.02.2027 eingereicht werden!

arbos landscape GmbH

arbos landscape GmbH, Hamburg

Verfasser Torben Ziesing
Mitarbeiter Sophia Waldbauer, Fenja Winterfeldt
Fachplaner Willner Visualisierung

Die Planungsidee für den Alten Markt

Der Alte Markt stellt seit jeher einen der wichtigsten Plätze im historischen Zentrum Mönchengladbachs dar. Heute wird er überwiegend durch Außengastronomie geprägt, die zweifellos zur Belebung beiträgt, jedoch gleichzeitig große Teile des Platzes funktional und räumlich vereinnahmt. Neben der Gastronomie mangelt es an attraktiven, öffentlichen Aufenthaltsmöglichkeiten, die unabhängig von Konsumangeboten genutzt werden können. Die Platzfläche ist nahezu vollständig versiegelt, es fehlen ausreichende Begrünung, strukturierende Elemente und vor allem Verschattung. Gerade in Zeiten zunehmender klimatischer Belastungen ist dies ein erheblicher Nachteil. Die starke Aufheizung im Sommer, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und ein Mangel an gestalterischer Tiefe machen den Platz in seiner heutigen Form wenig resilient.

Die Umgestaltung verfolgt daher das Ziel, den Alten Markt in einen vielschichtigen, klimaresilienten Stadtraum zu verwandeln, der sowohl die gastronomische Nutzung aufwertet als auch neue Aufenthaltsqualitäten für alle Bevölkerungsgruppen schafft. Die Außengastronomie bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil des Nutzungskonzepts, wird jedoch deutlich klarer zoniert und in ein gestalterisch durchdachtes Gesamtsystem integriert. Zwei markante, jedoch abbaubare Dachkonstruktionen mit einrollbaren Textildächern definieren wettergeschützte Gastrobereiche im nord-östlichen Platzbereich. Ergänzt werden sie durch ein modulares System einheitlicher Sonnenschirme, die über Bodenhülsen verankert sind und je nach Bedarf zusätzliche Schattenflächen schaffen.

Ein zentrales Element der Neuordnung bildet die Neuorganisation des Verkehrs. Eine verschmälerte, durchgängige Fahrspur für Liefer-, Rettungs- und Radverkehre verläuft nahezu auf dem heutigen Straßenverlauf, wird jedoch vollständig in das neue Platzpflaster integriert. Die Trennung zwischen Verkehrsfläche und Aufenthaltsfläche erfolgt subtil über einen leicht erhabenen, drei Zentimeter hohen Bordstein. Diese Gestaltung gewährleistet Barrierefreiheit, ohne die Trennung der Bewegungsräume aufzugeben, und reduziert so potenzielle Konflikte zwischen Fußgängerinnen und Radfahrerinnen. Um die verkehrliche Belastung auf dem Platz weiter zu reduzieren, werden die bisherigen Taxistände an den nördlichen Zugang des Platzes verlagert.

Im Bereich vor der Markthalle entsteht eine neue grüne Insel, die zugleich als Fahrradabstellbereichund als kleine Aufenthaltszone mit möglichen zusätzlichen Gastronomieangeboten dient. Die Aufenthaltsqualität wird durch eine gezielte Durchgrünung deutlich erhöht: großkronige, klimaangepasste Laubbäume spenden in Zukunft Schatten, kühlen durch Verdunstung die Umgebung und strukturieren die Platzfläche. Ergänzt wird das Angebot durch große, holzverkleidete Sitzelemente, die unter den Baumkronen platziert werden und Aufenthaltsqualität auch an heißen Tagen ermöglichen. Eine kleine Auswahl an Spielgeräten macht den Platz auch für Familien und Kinder attraktiv.

Die Westseite des Platzes wird als durchgehendes Gastronomieband ausgebildet, dessen Flächen auf einem versickerungsfähigen Rasenliner ausgeführt sind. Auch hier sorgen Bäume in regelmäßigen Abständen für Verschattung. Der südliche Platzbereich wird hingegen offener gehalten. Er dient als freier Aufenthalts- und Veranstaltungsbereich und schafft durch seine Ausrichtung zur benachbarten Kirche eine neue städtebauliche Beziehung. Der Kirchenvorplatz wird in die Platzgestaltung integriert, sodass die Kirche künftig als Teil des öffentlichen Raumes stärker wahrgenommen wird. Zwei grüne Inseln im südöstlichen Bereich des Platzes übernehmen gleich mehrere Funktionen: Sie fangen Niederschlagswasser in leichten Mulden auf, unterstützen durch kontrollierte Verdunstung die Kühlung des Mikroklimas und stellen gleichzeitig blütenreiche Pflanzflächen mit klimaangepassten Stauden und Gräsern dar. Ein zentral in der Platzmitte gelegenes Wasserspiel erhöht nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern trägt auch funktional zur lokalen Abkühlung bei. Die durchgängige Pflasterung – gleich im Material, aber fein differenziert in der Ausführung – verweist auf die historischen Grenzen der Altstadt und führt die Gestaltung der angrenzenden Hindenburgstraße konsequent weiter.

Was ist mg-act?

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