Anträge zur Aktiven Mitwirkung können bis zum 31.11.2025 eingereicht werden!

1. Platz TERRA.NOVA Landschaftsarchitektur

TERRA.NOVA Landschaftsarchitektur München

Verfasser: Peter Wich
Mitarbeiter: Eva Greimel, Marion Schiffer, Marija Debeljak, Magdalena Schmidkunz
Fachplaner:

 

Die Planungsidee für den Johann-Peter-Boelling-Platz

GRÜNE KULTURMEILE und JOHANN-PETER-BOELLING-PLATZ
Im Vordergrund der Gestaltung der Abteistraße als grüne Kulturmeile steht die Maximierung von Entsiegelung, Begrünung, Vernetzung, Benutzbarkeit und Differenzierung. In diesem Sinne erhält der Straßenraum perspektivisch auf gesamter Länge einen eigenständigen Gestaltduktus bei gleichzeitiger Umwidmung in eine Zone mit Vorrang für Fußgänger und Radfahrer. Gleichsam einem großzügigen Boulevard wird der Abteiberg von einer abwechslungsreichen Abfolge von kleinen Plätzen, Grünräumen und Gärten durchzogen. Gemein ist allen der vernetzende Grundgedanke nach Süden in die Parkanlagen und nach Norden zur Hindenburgstraße. In diesem Sinne erhält der Garten des Hauses der Erholung im direkten Anschluss an die Abteistraße einen zusätzlichen, stadtseitigen Zugang. Dieser erschließt zugleich über den Garten hinweg die Erweiterungsflächen des Hans-Jonas-Park im Bereich der heutigen Parkplätze südlich des Hauses der Erholung. Der Hans-Jonas- Park erhält über die „Parkspange“ neben dem Entrée am Sonnentorplatz ein weiteres am Johann-Peter- Boelling-Platz.

Johann-Peter-Boelling-Platz
Der leicht erhöhte Platzraum wird allseitig gerahmt von baumbestandenen Grün- und Gartenflächen. Hierfür erhält das Haus der Erholung- ähnlich wie dies die historischen Aufnahmen zeigen- einen vorgelagerten Garten mit Einfassungsmauer zur Anpassung an die topographische Situation. Die Museumswiese bleibt weiterhin als multifunktional nutzbare Fläche (für temporäre Kunstinstallationen, als Liegewiese, etc.) in leicht veränderter Form erhalten. Im Sinne der Regenwasserretention wird sie leicht modelliert um bei Starkregenereignissen als Pufferfläche zu dienen. Weiterhin werden wenige, zusätzliche schattenspende Klimabäume ergänzt. Die Kirchelstrasse wird als grüne Verbindungsspange entsiegelt und üppig bepflanzt. Schollenartige Gartenflächen führen das Terrassenthema der Platzanlage bis hin zur Hindenburgstraße. Der Boelling Garten wird in die Gestaltung einbezogen und bleibt mit leicht veränderter Kontur erhalten. Das Vorfeld des Q-Park wird vollständig bepflanzt einschließlich flächiger Begrünung der Fassaden und bildet ein Grünes vis-á-vis zum Platz. Die Platzmitte wird von einem lichten Schattenhain aus mittelgroßen Baumsolitären in einer wassergebundenen Wegedecke besetzt. Aufgrund der geringen Aufbauhöhe über der Tiefgarage wird der Platz nach Süden hin mit Sitzstufen eingefasst. Diese lenken zugleich den Fahrverkehr und organisieren auf einfache und klar ersichtliche Weise in Form einer Einbahnringerschließung um den Platz den Hol- und Bringverkehr der Schule. Die mehrstämmigen Klimabäume auf einem durchgehenden Retentionskörper erhalten hierdurch ein zuverlässiges Wachstum und bieten eine schöne Atmosphäre für die dort angeordneten Aufenthaltsflächen. Eine lockere, bunte Bestuhlung unterstreicht die Heiterkeit des Ortes.
Als Reminiszenz an den Namensgeber und Mitbegründer der „Gesellschaft Erholung“ wird die zentrale Platzfläche mit einer bunten, an Gewebe erinnernden Überspannung künstlerisch inszeniert. Diese wirft ihr streifig-buntes Schattenspiel auf Boden und Sitzobjekte und verleiht dem Ort eine hohe Eigenständigkeit im Kontext der grünen Kulturmeile.
Die übrigen, angrenzenden Beläge werden im Sinne eines räumlichen Kontinuums entsprechend dem angestrebten Leitbild als Segmentbogenpflaster mit gesägt geflammter Oberfläche ausgeführt. Dies betrifft auch die Kirchelstraße bis zum Kirchplatz. Als Besonderheit wird hier der ehemalige Stadtmauerverlauf mit geprägten Klinkersteinen nachgezeichnet und mit einem durchgehenden Informationssystem ausgestattet.

Beleuchtungskonzept
Das nächtliche Erscheinungsbild folgt im Wesentlichen dem bestehenden Beleuchtungskonzept für die Innenstadt. Dementsprechend kommen mit Ausnahme der auf den Kirchplatz zuführenden Kirchelstraße Innenstadtleuchten zum Einsatz. Für letztere werden Altstadtleuchten als Wandauslegerleuchten vorgeschlagen. Eine besondere Ausleuchtung erhält der zentrale Bereich des Johann-Peter-Boelling-Platzes. Zum einen werden als Lichtrahmen das Museum sowie das Haus der Erholung effektvoll angestrahlt, zum anderen erhält die Mitte mittels am „Gewebe“ abgespannten Hängeleuchten eine ganz eigene, fast wohnzimmerhafte Atmosphäre.

Auszug aus der Beurteilung durch das Preisgericht

Der Abteiberg wird als Boulevard begriffen, er ist signifikant geprägt von einer abwechslungsreichen Abfolge von Plätzen, Grünanlagen und Gärten. (…) So wird der Abteiberg mit der verkehrsberuhigten Abteistraße als Rückgrat als „Grüne Kulturmeile“ benannt und verwebt wie selbstverständlich Hindenburgstraße mit dem südlichen, ausgeprägten Parkring. Hier spannt sich eine Perlenkette wichtiger Grün- und Platzräume vom Sonnenhausplatz bis zum Rathausplatz auf, wobei der Johann-Peter-Boelling-Platz einen zentralen Baustein auf der Achse darstellt.
Der zentrale Bereich des Johann-Peter-Boelling-Platzes besticht durch seine bewusste Definition als leicht erhöhter Platzraum, der allseitig gerahmt ist. (…) Die zentrale Platzfläche erfährt ein Alleinstellungsmerkmal mittels einer künstlerisch inszenierten, an buntes Gewebe erinnernde Überspannung, deren Schattenspiel auf Boden und Sitzobjekte eine hohe atmosphärische Eigenständigkeit im Kontext der grünen Kulturmeile erzeugt.
Neben den funktionalen Qualitäten überzeugt der Entwurf durch (…) konsequentes klimaangepasstes Bauen.

Was ist mg-act?

mg-act.de ist die städtische Internetseite für Jugendliche in Mönchengladbach.
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